Das Wetter sollte es am heutigen Tag wirklich gut mit uns meinen und so begaben Mutti, Vati und ich uns bei strahlendem Sonnenschein am Vormittag zum Placa Catalunya. Dort kauften wir Tickets für eine Stadtrundfahrt mit dem Bus und Mutti organisierte in ihrem besten Spanisch (welches gebrochenes Französisch ist) adrette türkise Kopfhörer, damit wir bei der Führung auf dem Deck auch mitbekommen würden, an welchen Sehenswürdigkeiten wir so vorbeikamen.
Mit der blauen Route fuhren wir alle innerstädtischen Highlights ab, angefangen am Passeig de Gracia, an welchem Vati schon allein aus Prinzip eine ironisch anmutende Abneigung gegen alle mit dem Architekten Gaudí in Verbindung gebrachten Gebäude entwickelte.
Ich bin jedoch immer noch der festen Überzeugung, dass Gaudí elementar zum gelungenen Stadtbild Barcelonas beizutragen wusste und genoss die Anblicke der Casa Battlo und Casa Mila aus dieser etwas höheren Perspektive als dem Fußweg.
Von der Placa Espanya ging es dann den Montjuic hinauf und ich sah zum ersten Mal nun auch von nahem die olympischen Spielstätten von 1992.
Den Berg hinunter ging es dann Richtung Wasser und am World Trade Center vorbei. Die AIDA im Hafen machte (auch wenn das nicht zum offiziellen Teil der Führung gehörte) ebenfalls Eindruck auf uns, bevor wir vom Columbus aus parallel zum Wasser an den olympischen Hafen fuhren.
Dann beschlossen wir, den Bus zu wechseln und mit der zweiten Route auch die weiter entfernten Viertel Eixample (mit der berühmten Sagrada Familia), Sarriá und Gracia kennenzulernen. Zur Mittagszeit hatten sich die Touristen nun zu Haufe aufgerafft und so mussten wir einige Zeit warten, um wieder einen Platz an Oberdeck zu ergattern.
Die Sonne war zwar von hier prima zu genießen, jedoch war die Tour an sich hier weniger spektakulär. Um die Sehenswürdigkeiten letztendlich zu sehen, hätte man immer aussteigen musste und unter Anbetracht der stetig langen Wartezeit beschlossen wir, einfach wieder die schon bekannte Runde zu drehen. Nach einer kleinen Toilettenpause bei Starbucks fuhren wir also wieder Richtung Innenstadt. Am Hauptbahnhof vorbei ging es wieder auf den Berg, der auch den wundervollen Palast beherbergt, von dem aus man den besten Sonnenuntergang bewundern kann.
Zurück am Hafen stiegen wir dann aus und ich führte meine Eltern an die hier entwickelten Champagneria-Gebräuche heran. Bei leckerem Cava und Xorico & Käsekuchen ließen wir es uns gut gehen.
Dann machten wir uns - diesmal mit der Metro - auf den Weg zur Placa Espanya, wo nach Einbruch der Dunkelheit die berühmten Magic Fountains für wonnige visuelle Eindrücke sorgen sollten. Mit musikalischer Untermalung konnte heute auch ich zum ersten Mal das Brunnen-Lichter-Spektakel aus nächster Nähe erleben und ich war wirklich beeindruckt.
Nach Ende der Vorstellungen brachte uns der Bus wieder an den Passeig de Colom und wir suchten eine schöne Lokalität zur Stillung des sich einstellenden Hungers.
In einem urigen Restaurant in der Nähe des Hafens testeten wir dann, was Barcelona Meeresfrüchtetechnisch so drauf hat und wurden alles andere als enttäuscht. Lediglich an die "manana-Mentalität" des Servicepersonals muss man sich einfach gewöhnen. Die vorzüglichen Calamares entschädigten mich dann aber in bester Weise für die lange Wartezeit.
Ausklingen ließen wir den voran geschrittenen Abend dann auf der Dachterrasse. Die lauen Temperaturen waren wiederholt Anlass für elterliche Ausrufe von Glückseligkeit.
Freu dich, es gibt immer was zu entdecken!

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