Samstag, 29.08.:
Am Morgen wurde von mir dann erstmal klar Schiff gemacht und alles einmal geputzt, bevor ich anfing meinen Koffer auszupacken. Mein Zimmer ist ziemlich knapp zu beschreiben: halt ein Bett, ein Schrank, ein Schreibtisch, ein Regal, ein Heizlüfter (ich musste lachen, aber es kommt ja auch irgendwann der Winter) und ein Fenster. Das ist für mich aber alles kein Beinbruch, zumal ich ja nicht gedenke, abgesehen zum lernen und zum schlafen sonderlich viel Zeit in meinem Zimmer zu verbringen - BCN birgt so viele wundervolle Dinge, dass das sogar eine Sünde wäre ;-)
Dann hab ich, um mich mal gleich ein bisschen beliebt zu machen (ich weiß, hab ich ja gar nicht nötig, aber schaden tut’s ja nie), die Küche von den vom Grillfest hinterlassenen Spuren beseitigt (Spülmaschine ist leider kaputt, aber so verwöhnt bin ich ja nicht mal in Köln).
War zwar wohl noch nicht ganz korrekt, wie ich das gemacht habe (gibt hier sehr konkrete Vorstellungen, wie die Reinigung zu erfolgen hat, die genaue „Einweisung“ bekomme ich Sonntag, da hier irgend so ein jüdisches Gedöns Shelly heute von der „beruflichen“ Hausherrin- Tätigkeit abhält), aber es ist wohlwollend zur Kenntnis genommen worden :-D
Nachdem ich mich dann landfein gemacht habe, hab ich mich wieder ins Städtchen begeben, da mein nächster Punkt - die Anschaffung einer spanischen SIM-Karte - den Besuch eines der tausend Handy-Shops erforderte. Im Voraus über Minuten- und SMS-Preise schlau gemacht, konnte ich dann zielsicher die Yoigo-Karte käuflich erwerben, die mir national sowie international SMS für 9,28 cent beschert und zu gleichem Minutenpreis in alle spanischen Netze Gespräche erlaubt.
Die Nummer ist bei mir gegen eine geringe Bearbeitungsgebühr in Erfahrung zu bringen :-D, jedoch ist es für Euch Daheimgebliebene ja schlauer, mir im Fall der Fälle auf mein deutsches Handy zu schreiben, das kostet mich ja nichts und Euch ja auch nur den inländischen Tarif.
Dann zog es mich noch mal auf die Rambla, bei der akrobatische Spektakel meine Aufmerksamkeit so weit erregen konnten, dass ich am letzten Tag des Sommerschlussverkaufs nur 2 Kleidungsstücke zu Lasten meines Budgets erstanden hab und mich ansonsten einfach von kulturellen (oder wie man’s nimmt – vielleicht auch einfach nur touristischen) Aktivitäten hab entführen lassen :-D. Beklauen lassen hab ich mich bisher aber trotzdem nicht. Nach einem kurzen Abstecher zum laut Taito „besten Bäcker des Viertels“ und einem wirklich hervorragenden Baguette vom kostengünstigen Pakistanischen Brotmacher (und das will was heißen, denn ich bin jemand, der den Vergleich zu Didis Eifelbrot anstellen kann!) sowie ein bisschen Allioli und einer faustgroßen Nektarine vom Gemüsehändler bei mir vor der Tür, war auch der aufkommende Hunger gestillt.
Wieder in der Wohnung, sah ich in einem gemeinsamen IKEA-Besuch mit Shelly die willkommene Gelegenheit, meine neue Mitbewohnerin mal ein bisschen kennen zu lernen. Zwischen schwedischen Einrichtungsgegenständen (wovon einer mein für 20€ mitgenommener neuer Schreibtischstuhl „STEFAN“ ist ;-)) konnte ich dann herausfinden, dass es in dieser WG wichtig ist, dass jeder sein eigenes Leben hat. Also kein Fremdenführer für mich, sondern der nette Ratschlag, dass ich viel rausgehen soll und die Besonderheiten Barcelonas am besten selbst entdecke – und das ist mein Plan für die nächsten Tage (natürlich nachdem ich meine Badezimmer-Putzpflicht für diese Woche erledigt hab, vorbildlich wie ich bin @ Familiy: und alles ganz ohne Punkteplan- und Schere-Stein-Papier-Manier :-D). Rumlaufen, mich zurechtfinden, den Strand besuchen, Busfahrpläne organisieren (das Einzige, was mir bei meinen Metro-, Zug- und Stadtplanunterlagen noch fehlt: mein Vormieter hat mir obendrein sogar Reiseführer, Rabattmarken für Sehenswürdigkeiten, Grammatikbuch und Langenscheidts Wörterbuch dagelassen) und mich TUI-mäßig wohl fühlen.
Freu dich, du wohnst in Spanien!

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