Donnerstag, 27.08.:
Nach einer guten, und weniger schweißtreibenden Nacht als erwartet, frühstückten Andrea, Alex und ich am Donnerstag gemeinsam, bevor sich die Zwillinge zum Friseur und einer kleinen Shoppingtour aufmachten und ich mich derweil entschloss zu überprüfen, ob das Meer auch wirklich da ist, wo ich es vermutet hatte :-D
Mein 20-minütiger Marsch durch die Innenstadt, in der sich die Geschäfte so langsam für die Siesta bereitmachten und die Läden runterließen, wurde mit einem prächtigen Anblick des Meers und Puderzucker-feinem Sandstrand belohnt. Nachdem ich meine Füße dann das erste Mal seit ziemlich langer Zeit wieder ins klare Meer gehalten habe und mich einige Momente von der wunderschönen Ausprägung der Natur hab berauschen lassen, sollte es dann aber schon wieder vorbei sein mit der entspannten Urlaubsatmosphäre. Denn die Wohnungssuche war für den ersten Tag in Spanien der höchst-priorisierte Punkt auf meiner to-do-Liste. Zwar hatte ich von Xavi keine „Deadline“ bekommen, bis wann ich sein Wohnzimmer wieder räumen müsste, aber ich fand es schon ehrenwert genug, jemanden, den man nicht kennt, überhaupt bei sich nächtigen zu lassen, und so wollte ich ihm nicht länger auf der Tasche liegen als nötig.
Und so ging es dann also wieder Richtung Barcelona. Nun im Hellen war die lange Zugreise noch viel weniger eine Strafe, denn jetzt erst fiel mir auf, dass sich der Weg von Vilanova nach Barcelona unmittelbar am Küstenstreifen entlang zog und man quasi den kompletten Weg lang vom glitzernden Blau des Ozeans – ummalt von Stränden, Felsen oder idyllischen Dörfern – begleitet und verwöhnt wurde.
In BCN-Sants wurde ich dann schon von Taito erwartet, mit dem ich mich dann das erste Mal im Metrofahren versuchen konnte. Dann schlenderten wir durch die Stadt, zum Hafen, über die Rambla und durch viele urige, einerseits alle gleich aussehende und andererseits doch alle ihren eigenen Charme versprühende, Gassen, bis ich dann wusste, dass das das Barcelona ist, welches ich kennen lernen möchte und ich definitiv eine zentrale Unterkunft bevorzuge. Auch wenn mir die schönsten Plätze wahrscheinlich schon gezeigt wurden, da Taito gebürtig aus Barcelona kommt und folglich Insider-Wissen mitbringt, ist auch alles, das nur halb so gut ist, ein Geschenk!
Ich wusste, dass Taito selbst irgendwann im September wieder nach Deutschland wollte und so hab ich dann mal gefragt, wie es denn mit seiner eigenen Suche nach einem Nachmieter läuft. Das Zimmer ist zwar sehr klein, jedoch hat es ein Fenster nach draußen, ist fast mitten in der Stadt (ohne aber von Touris überlaufen zu sein und nächtliche Ruhestörungen zu beinhalten)und ist obendrein bezahlbar.
Taito sagte, dass er nach Haus fährt, sobald er jemanden gefunden hat und schicksalhaft formte sich der formidable Gedanke, dass ich sein Zimmer übernehmen könnte.
Auf dem Weg über den ca. 100m vom Haus entfernten bedeutendsten „Wochenmarkt“ Mercat de la Boqueria, der täglich in einer riesigen Markthalle stattfindet, und weiteren Sinnesraubenden, gleichermaßen duftenden wie visuellen Eindrücken erzählte er mir dann über das Viertel „Raval“ und das Haus sowie deren Bewohner. Raval ist der westliche Teil des Zentrums und während der untere Teil, wie in vielen Reiseführern warnend erwähnt wird, eher kriminellen Energien unterworfen ist, ist der obere Teil ein sehr „belebbar“.
Und nachdem ich dann noch mal die 90 Stufen bis in den vierten Stock erklimmt habe, bei den anderen Mitbewohnern vorstellig wurde und mir sowohl ein Bild von den sehr reinlichen Zuständen der anderen Wohnräume als auch von den Bewohnern machen konnte, hab ich dann gesagt, dass ich das Zimmer nehme, wenn ich Freitag einziehen kann.
Und so war es dann….Wohnungssuche erfolgreich abgeschlossen :-) Zum zu Fuß auf direktem Weg 20-minütig entfernten Strand begleitete mich Taito dann noch, bevor ich mich dann nach einem leckeren und kostengünstigen Bocadillo in den etwas körnigeren Sand als in Vilanova setzte und mich einfach gefreut hab, dass ich diese Aussicht, das Meeresrauschen und dieses Flair nun jeden Tag haben kann.
Nachdem die Sonne sich dann verabschiedet hatte, setzte ich mich dann wieder mit Andrea und ihrer Schwester in Verbindung, die mittlerweile ebenfalls ein Apartment in Barcelona bezogen hatten, um mit ein paar Freunden und Kollegen eine spanische Sommerwoche zu genießen. Ich musste ja an den Schlüssel für die Wohnung in Vilanova kommen. Nachdem es dann fast 2 Stunden gedauert hat, bis wir uns am Strand gefunden hatten (jaja, schon blöd, wenn es am gleichen Abschnitt der Küste gleich mehrere Yachthäfen gibt :-D), wurde gemütlich am Strand den Wellen gelauscht und die Erlebnisse des Tages ausgetauscht. Da nach 23 Uhr weder die Metro, noch Züge bis nach Vilanova fahren, durfte ich meine Erkundungstour dann gleich an der Placa de Catalunya fortsetzen, von der aus ein Nachtbus die (mit dem Bus leider) 60-minütige Fahrt in die gewünschte Stadt antreten sollte. Nach der barfüßigen Umrundung (meine Flipflops mussten nach dem langen lauflastigen Tag eben einfach von meinen Füßen runter) des Angelpunkts in Barcelona, hatte ich dann auch aus den 40 Bushaltestellen an diesem riesigen Platz die richtige herausgefunden und konnte um 4 Uhr morgens den Schlüssel in das Schloss der Bäckerwohnung einführen…
Füße, freut Euch, Ihr lauft durch Spanien!
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Wenn jemand seinen Senf dazugeben mag, ist er herzlich eingeladen :-)