Nach frühem Aufstehen (so gegen halb elf ;-)) machte ich mich auf direktem Weg ins Bicing-Büro, um mein Interesse für den Fahrradgebrauch zu bekunden und die erforderlichen Schritte einzuleiten. Dass das ein tagesfüllendes Programm werden sollte, war mir nicht klar und so stiefelte ich noch frohen Mutes mit meinem Personalausweis ins "Zentrum für Mobilität". Als ich dort anfing, auf Englisch um umfassende Aufklärung zu bitten, wurde ich nur belächelt und auf unverständlichem Catalán nach "N.I.E." gefragt. Da keiner der Erklärungsversuche den fragenden Blick aus meinem Gesicht verschwinden lassen konnte, wurde kurzerhand ein Stadtplan mit wilden Zeichnungen versehen, die mich zum Polizeirevier an der Hafenpromenade führen sollten.
Immernoch unwissend, wer oder was N.I.E. ist, geschweigedenn wie ich es bekomme, machte ich mich also auf den Weg. An der winzigen Zweigstelle durfte ich mich dann in brütender Hitze in eine Schlange von ca. 40 anderen Wartenden einreihen, um dann endlich die Information zu bekommen, dass N.I.E. eine Identifikationsnummer ist, die mir bestätigt, Einwohner von Barcelona zu sein, dazu ein Formular auszufüllen ist und ich mich erneut anstellen müsse. Prima, eine weitere dreiviertel-Stunde später wurden meine Daten dann aufgenommen und eine Anmeldegebühr von 10 Euro veranschlagt. Geldbörse gezückt und das bereits bekannte Lächeln aus den Bicing-Büro, das mir sagen sollte, dass Verkomplizierung nichts wäre, das Deutschland für sich gepachtet hätte, sprang mir vom bewaffneten Polizeibeamten wieder entgegen. Nein, Geld wird hier nicht angenommen: Mit der vorläufigen Bescheinigung musste ich zu einer örtlichen Bank gehen, das Geld auf ein auf dem Formular angegebenes Konto einzahlen, mit der Bestätigung wieder zurückkommen und mich in die zweite, nicht minder lange Schlange stellen. Leider hatte ich bereits soviel Zeit mit Warten und Umherwandern verbracht, dass zur Siesta die in Frage kommenden Banken bereits geschlossen waren.
Also hieß es bis zum Nachmittag warten...Die Zeit konnte ich zwar mit einem Ersteinkauf bei Día überbrücken (das ist sowas wie KIK, nur für Lebensmittel :-D) und meinen 8-Liter-Wasser-Kanister in die Wohnung schaffen, doch hatte ich mir eigentlich ein bisschen weniger Bürokratie an diesem sonst so paradisisch anmutenden Fleckchen Erde gewünscht.
Naja, nach erfolgreicher Einzahlung und erneuter Wartezeit am Polizeiamt, hielt ich dann endlich meine offizielle Urkunde in den Händen, eine Residenz in Barcelona zu bewohnen.
Auf dem Weg zurück zur Bicing begann es doch tatsächlich zu regnen (@ Christina: Hatten wir nicht ausgemacht, dass du NICHT herkommst, damit ich von diesem Wetter verschont bleibe??? :-D), jedoch war es so heiß, dass jeder Tropfen auf der Stelle verdunstete und ich trockenen Fußes nach einem langen Wartetag wieder zu Haus ankam.
Froh über den letztlich erfolgreichen Abschluss meiner Mission sollte das Erklimmen der nicht-enden-wollenden Treppe (ich gewöhn mich bestimmt dran und hör dann auf zu jammern!) die letzte körperliche Aktivität werden.
Nach einer kleinen Zwischenmalzeit klarte zu meiner Freude der Himmel wieder auf und ich genoss die Abenddämmerung auf meiner Dachterasse beim Schmökern im Reiseführer. Ich glaube, bevor die UNI losgeht, werde ich noch einen richtigen Touri-Tag einlegen!
Freu dich Wiebke - du bist jetzt auch offiziell Spanierin :-)

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