Samstag, 14.11.:
Ein regelrechter Wintereinbruch ließ mich frierend erwachen. Der Himmel war klar und die Sonne schien, doch schon als ich nur einen Finger unter der Bettdecke zum Vorfühlen hinausstreckte, bibberte ich am ganzen Leib. Das sollte aber nicht heißen, dass ich mich das ganze Wochenende in meinem Zimmer verkriechen sollte, lediglich, dass Vorkehrungen getroffen werden mussten. Und so wurde auch das letzte mitgebrachte Kleidungsstück in Benutzung genommen und in der roten Bremer Winterjacke ein Spaziergang ins Städtchen unternommen. Gut gepackt, Wiebke!
Als ich durch die Gassen Richtung Gótico ging, sah ich allerorts fleißige Arbeiter der Stadt, die die Weihnachtsbeleuchtung anbrachten. Verständlicherweise dauert das in so einer großen Stadt etwas länger und deshalb kann getrost schon 2 Wochen vor Dezember damit begonnen werden.
Mein Weg führte mich zur Kathedrale und ich beschloss, nachdem ich bestimmt schon hundert Mal hier vorbei gelaufen war, nun auch mal einen Blick hinein zu werfen. Und es sollte sich lohnen.
Überrascht stellte ich nämlich fest, dass in dieser Kirche nicht nur Gott zu Hause zu sein schien, sondern ebenfalls eine Schar an Tieren. Im Kreuzgang gab es einen Teich, auf dem sich ein Dutzend weißer Gänse tummelte. Sie waren früher dazu gedacht, durch ihr Kreischen und Geschnatter vor Eindringlingen zu warnen. Offenbar wurde an dieser Tradition festgehalten und Touristen (und Einwohner wie ich ;-)) können nun die Gänseschar mitten in der Stadt und auch noch mitten in der Kirche bestaunen.
Nachdem ich heimlich mein Foto geschossen hatte, wurde ich vom einsetzenden Musizieren einer Kapelle wieder auf den Vorplatz gelockt.
Hier hatten sich ca. 200 Menschen versammelt, die in großen Kreisen einen Reigen tanzten. Belustigt verfolgte ich das schon bei der Briefmarken-Veranstaltung kennengelernte Spektakel. Diesmal waren aber größtenteils Senioren dabei, ihr Tanzbein in weißen Turnschläppchen zu schwingen. Daneben gab es aber auch noch eine "Profi-Mannschaft", die aus Leuten meiner Generation bestand und schweißtreibend an ihrer Choreografie arbeiteten.
Ansonsten ist die Kirche ja ein Ort der Ruhe, aber freut Euch, in Barcelona darf man sogar tanzen und schnattern!
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