Als ich an diesem Freitag völlig verschlafen von meinem Zimmer zur Kaffeeinfusion in die Küche torkelte, begegnete mir erneut ein fremdes Gesicht. Shellys Wochenendbesuch Fréderic forderte sofort ein Höchstmaß an Konzentration von mir, da neben den in den letzten Wochen vermehrt verwendeten Sprachen Deutsch, Englisch und Spanisch jetzt eine weitere hinzukam und nun auch wieder meine Französisch-Kenntnisse hervorgekramt werden mussten.
Während ich mir zum Frühstück ein paar Spiegeleier braten ließ (ein guter Gast weiß sich ja erkenntlich zu zeigen), wurde ich von Erzählungen über das Friseur-Dasein des gebürtigen Parisers auf Ibiza bestens unterhalten. Nachdem wir unser Mahl beendet hatten, zeigte mir Fréderic, wie man in nur einer Stunde im Internet 400 Euro "verdienen" kann. Wie sich nämlich herausstellte, ist der Friseur-Job nur eine "just-for-fun"-Angelegenheit und quasi hauptberuflich hatte ich einen professionellen Pokerspieler vor mir. Dies war auch Anlass für seinen Barcelona-Aufenthalt, da am Abend ein renommiertes Turnier im örtlichen Casino stattfinden sollte. Beeindruckt von den Erzählungen, konnte ich mich stolz mit meinen bahnbrechenden Kenntnissen über Smallblinds und Bigblinds einbringen.
Dann halfen wir beide meinem mittlerweile Ex-Mitbewohner Ronny beim Sachen schleppen, da er sich nach nur einem Monat entschlossen hatte, wieder auszuziehen.
Einige Treppengänge später war mir dann wieder bewusst geworden, dass ich ja eigentlich meine Verausgabungserfahrung in unserem Treppenhaus bereits hinter mir hatte und bereute plötzlich, mich zum Kistentragen angeboten zu haben.
Aber nun gut, den restlichen Nachmittag belohnte ich mich für die harte körperliche Arbeit mit einem Schläfchen auf der Dachterasse.
Am Abend sollte dann die Fortsetzung des letzten Fry-Days stattfinden. Nachdem ich noch ein paar Einkäufe erledigt hatte, radelte ich also wieder gen Norden.
Da eine einfache Wiederholung des Frittier-Gelages ein bisschen zu einfach gewesen wäre, waren die Bemühungen das letztmalige Highlight noch zu übertrumpfen, immens. Ein eigener Bierteig und Tintenfischstreifen waren noch das harmloseste, was in die provisorische Fritteuse kam. Neben den bewährten Patatas Bravas und Kroketten, kamen nun auch Fleisch, CordonBleu, Bananen, Paprika und sogar Magnum und Cornetto in die Fritteuse. Und wieder wurden wir von der Zubereitung in heißem Fett nicht enttäuscht und genossen den sich im Geruch zwar penetrant in der Kleidung festsetzenden, aber dafür im Geschmack beispiellosen Gaumenschmaus in vollen Zügen.
Freu dich - Bewährtes pflegen macht Spaß!

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