Samstag, 19. September 2009

Champagneria

Mittwoch, 16.09.:
Der erwähnenswerte Teil dieses Tages begann eigentlich erst kurz vor Einbruch der Dunkelheit, nämlich als es an die Abendgestaltung ging.
Zusammen mit den EUFH-Jungs wollte ich der berühmten Champagneria in Barcelona einen Besuch abstatten. Diese Kultkneipe birgt die Besonderheit, dass ausschließlich Cava als Getränk serviert wird. Laut Erzählungen und Internetrechercheergebnissen bestellt man dort etwas zu essen und erhält dazu dann gratis eine Flasche des süffigen Schaumweins. Das klang doch ganz nach unserem Geschmack und um halb acht fand ich mich wie verabredet in der Straße am Hafen ein, um dieses Erlebnis live zu erleben. Die Schlange der Leute, die Zutritt zu dem winzigen Gastraum erbaten, reihte sich bis auf die Straße und der Lärm der ausgelassenen Gesellschaft, die nach immer mehr "Champagner" verlangte, versprach ein tolles Erlebnis in entspannter und doch gleichermaßen schnelllebiger Atmosphäre. Das visuelle Ambiente konnte ich doch von der Straße aus lediglich erahnen.
Naja, die Herren ließen dann aber noch ein Weilchen auf sich warten, da Robert gleich am ersten Tag seiner Bicing-Zugehörigkeit Probleme mit dem Fahrradverleih hatte und seine ersten Versuche ein Telefongespräch mit der Service-Hotline auf Catalán zu führen dann doch ein wenig Zeit in Anspruch nahmen.
Als dann aber alles mehr oder weniger geregelt war, verhalf mir die männliche Gesellschaft zum Zutritt in die sich um die Theke drängelnde Menge. Im Innenraum der Champagneria hingen Schinken von der Decke, es duftete nach gebratenen Köstlichkeiten und Wein, das internationale Publikum spiegelte das multikulturelle Erlebnis "Barcelona" mehr als angemessen wider und die Kellner beeindruckten mit ihrer unglaublichen Auffassungsgabe. In der für ca. 50 Personen ausgelegten Bar (ohne Sitzgelegenheit) befanden sich mit Sicherheit über hundert Menschen, die ihre Bestellungen über Zurufen und Winken aufzugeben versuchten. So taten auch wir das und bekamen zu unserer positiven Überraschung blitzschnell das, wonach wir verlangt hatten - noch bevor wir eigentlich sicher gewesen waren, dass uns überhaupt jemand gehört hatte.
Die Flasche Cava wurde leider nicht serviert, da diese Bewirtungsart nur am Nachmittag verfügbar ist. Stattdessen bekamen wir dann stilecht in Champagnergläsern das 80 Cent teure - aber wesentlich wertvollere ;-) - alkoholische Getränk über den Tresen geschoben, an den wir uns weiß Gott wie vorgearbeitet hatten. Schnell kam man mit anderen Gästen ins Gespräch, bestellte erneut vom süffigen Wein und mehr von den leckeren Tapas, die überraschend günstig und überaus schmackhaft unsere Mägen füllten.
Nach dem 3. Glas (die anderen waren bei 6 oder 7 glaub ich) merkte ich dann, wie der edle Tropfen seine Wirkung bei mir entfaltete und ich immer "lustiger" wurde ;-)
Wir beschlossen, den Abend an anderer Stelle fortzusetzen und verließen - mit dem Beschluss bald wiederzukommen und nebenbei die Geschäftsidee für unsere eigene Champagneria in Köln zu klauen und damit reich zu werden - die Kultstätte in Barceloneta.
Weiter ging es in die Cocktailbar "Trece", die wir bereits vorher schonmal besucht hatten. Mittwoch abends vor Mitternacht sollte es nicht verwunderlich sein, dass wir die einzigen Gäste in der urigen Bar im Barrí Gótic waren. Umso leichter kamen wir ins ausgelassene Pläuschchen mit den Latinobrüdern Richard und Antóni hinterm Tresen. Nach dem ersten akoholfreien Cocktail und einem Mineralwasser für mich, fühlte ich mich dann wieder für andere Dinge, wie zum Beispiel einen köstlichen Mojito und White Russian gewappnet. Und gleich fielen unseren Zungen die auf spanisch geführten Unterhaltungen wesentlich leichter.
So gegen halb 12 fingen die Brüder dann an - Stefan zu Ehren - kleine Schnäpse an die plauderfreudigen Deutschen zu verschenken. Auch, wenn der Sinn des "Reinfeierns" unserer Meinung nach dadurch ein bisschen verfehlt wurde, lag es uns natürlich fern, darüber zu klagen, zumal die Zuwendungen auf Freigetränkbasis nach Mitternacht und unserem spanischen Geburtstagsständchen für Stefan nicht weniger wurden.
Zu verhältnismäßig später Stunde fand ich dann aber doch noch den Weg zurück in mein Bettchen und hatte unter dem heute Abend neu erlernten Projektnamen "normal Abdichten" einen prima Abend gehabt :-)
Freu dich Stefan, cumpleaños a ti!!!

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