Es ist soweit, die Treppe hat ihren Sieg über mich errungen und mich soweit gebracht, dass heute nichts von mir erkundet wurde! Unfassbar, aber wahr. Doch von vorn:
Nach dem Aufstehen und der morgentlichen Kaffeedosis war das erste, das mir auffiel die geschlossene Tür am Ende des Flurs. Richtig, ich habe ja seit gestern einen weiteren Mitbewohner. Ronny ist Deutscher, lebt aber schon einige Jahre in Barcelona und musste aufgrund einer in die Brüche gehenden Beziehung eine neue Bleibe beziehen. Sonderlich viel kommuniziert hatten wir vor meinem gestrigen Abendausflug mit den EUFH'lern nicht, also war ich natürlich gespannt, wie sich der "Neue" (Jippiee, nichtmal eine Woche hier schon bin das nicht mehr ICH :-D) präsentieren würde. Auffällig, dass 20 Minuten lang die Dusche lief. Doch verwunderlicherweise kam eine fremde, für den Namen "Ronny" doch erschreckend weibliche Person aus dem Bad - da scheint der Trennungsschmerz ja wirklich tief zu sitzen :-D
Gut, dass ich so einen tiefen Schlaf habe ;-)
Naja, als nächstes sollte ich einem Gespräch zwischen Shelly und Ronny lauschen dürfen, welches "Shelly's kleine Regelkunde" in Sachen Zusammenleben beinhaltete - auf Spanisch und ich hab echt viel verstanden! Vor Stolz war ich dem Platzen nahe.
Als dieses dann in eine erste Auseinandersetzung bezüglich der Marke des gemeinsam anzuschaffenden Waschmittels ausartete, konnte ich dann schon schlechter folgen.
Anlass war die Liste für den monatlichen "Gemeinschaftseinkauf", an dem sich die Mitbewohner gleichermaßen beteiligen.
Erleichtert, dass ich nicht die einzige zu sein scheine, die sich an das Zusammenleben mit anderen erst gewöhnen musste, genoss ich das Schauspiel aus sicherer Entfernung.
Nachdem sich die Gemüter wieder beruhigt hatten, machte sich Shelly dann mit der Einkaufsliste und der Bitte an mich, sie am Supermarkt abzuholen und beim Transport der zahlreichen Putzmittel behilflich zu sein, auf den Weg.
Ich ging zur Überbrückung ein paar Besorgungen machen (was man halt so braucht: Glühbirnen, Filzuntersetzer für meinen Stuhl, Nähzeug und neue Pflaster), hatte jedoch nicht damit gerechnet, dass sich der Einkauf über fast 3 Stunden hinziehen würde und war deshalb viel zu früh wieder zurück. Die Treppe wurde erklommen...zum ersten Mal heute.
Dann klingelte mein Telefon und als Zeichen für meine Erwartung an der Supermarktkasse machte ich mich sofort auf den Weg. Dann der zweite Anruf und Shelly, die mich bat, den "Omarollwagen" mitzubringen, um der Menge an Einkäufen Herr zu werden: Treppenaufstieg Nummer 2.
Am Supermarkt angekommen (alle amüsierten Blicke wegen meines Wägelchens bis hierhin gekonnt ignorierend) war ich von den Mengen überwältigt. 14 Tüten nur an Putzzeug! Soll schließlich für 2 Monate reichen...Also beluden Shelly und ich den Rollwagen und uns selbst mit dem Krempel und schafften alles zur Wohnung. Am Treppenaufgang hatte Shelly dann genug getan und sagte, dass wir alles stehenlassen könnten, bis "the Guys" kämen und alles hochtragen.
Das war mir ein bisschen zu Klischeehaft und so beschloss ich, mich also des weiteren Transports ab hier allein anzunehmen. Mit 64 Rollen Toilettenpapier in der ersten Ladung (3. Treppengang) holte ich meine zum Glück aufbewahrte IKEA-Tasche und konnte somit aus den 12 anderen Tütenladungen eine zwar Gepäcklastigere und deshalb ebenfalls schweißtreibende, dafür aber in ihrer Anzahl überschaubere Treppenreise machen. Ariel, Essigreiniger, Besen, Kaffee, Zucker und viele weitere Dinge wurden dann in Treppengang Nr. 4,5 und 6 von mir nach oben geschafft.
Und das war's dann. Ich beschloss am heutigen Tag die Wohnung kein weiteres Mal zu verlassen und mich stattdessen mit Dingen, wie der Putzeinweisung (entspannterweise mit einem Glas Wein), Telefonaten und kleinen Nickerchen zu beschäftigen.
Später brachte eine nette Unterhaltung mit Ronny mir dann einige Ausgeh-Tipps ein sowie die Aussicht auf die kostenlose Nutzung eines Ausflugs-Go-Karts
Das erneute Studium des Stadtplans sowie der mediale Austausch mit Daheimgebliebenen erfüllte dann den Rest des Abends, bevor es früh zu Bett ging, um für den ersten UNI-Tag ausgeschlafen zu sein.
Freu dich, du könntest hiermit ganz Spanien putzen :-D

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