Um 14:00 Uhr war es endlich soweit und meine meditativen Schläfchen schienen endlich ihre gewünschte Wirkung zu entfalten. Ich fühlte mich nahezu gesund!
Das hieß, ab auf die Straße und einen neuen- prall mit neuen tollen Erlebnissen gefüllten - Tag verleben.
Am Rathausplatz, an einer der unzähligen Mercè-Veranstaltungsbühnen traf ich mich mit Alex, Franky und Robert und guckte, nachdem ich zum wiederholten Male mit den Worten "Wiebke, ohne dir zu nahe treten zu wollen, du siehst immer noch sch..... aus!" (da soll noch mal einer sagen, dass ICH diejenige bin, die leichtfertig und ohne Rücksicht auf die Gefühle anderer ihre Kritik an den Mann bringt - GLASHAUS Stefan, ich bin sehr zart besaitet :-D ) den anderen vorsichtshalber erstmal nur zu, wie sie alkoholische Kaltgetränke zu sich nahmen und übte mich in dieser Hinsicht in vornehmer Zurückhaltung.
Das Menschenpyramidenspektakel, welches die Männer dorthin gelockt hatte, hatte ich leider um einige Minuten verpasst, aber ich hege die Hoffnung, dass in den kommenden vier Tagen auf für meine Augen noch mal so etwas aufgeführt wird.
Dann schlenderten wir ein wenig umher und ich präsentierte stolz einen gewissen Teil meines Raval-Viertels, bevor dann auch Hendrik zu uns stieß und wir uns entschlossen, uns zum Strand aufzumachen. Bicing sei Dank war der Weg eine ziemlich spaßige Angelegenheit, da wir ihn zu fünft mit unseren Rädern wie eine Mofa-Gang zurücklegten. Am Strand beguckten wir uns dann ein paar mehr oder weniger fähige Hobby-Beachvolleyballer und überlegten, wie wir den weiteren Abend gestalten sollten.
Da Hendrik und Robert am nächsten Tag einen Tagestrip nach Mallorca antreten wollten und ich selbst ja auch noch etwas angeschlagener war, beschlossen wir einen "Ruhigen" zu machen. Der konkrete Entschluss lautete dann, einen "Fry-Day" (als Ablösung für den Brühler Döner's-Tag) zu veranstalten.
Auf der Suche nach einer Bicing-Station, die fünf funktionstüchtige Räder für die Fahrt in die Wohnung bereithielt, erlebten wir dann etwas, das ziemlich erschreckend war.
Ein kleiner Gangster machte sich an der Station zu schaffen und brach mit einer riesigen Metallstange die Halterung auf, um ein Fahrrad zu stehlen.
Wir sprachen den jungen Herren selbstverständlich an und sagten ihm, dass er das sofort zu unterlassen hat. Jedoch ließ sich der Schlingel von selbst von vier Männern und einer Wiebke, die permanent auf ihn einredeten nicht beirren und setzte seine kriminelle Handlung fort. Da wir kein Handgemenge anzetteln wollten, konnten wir nicht mehr tun, als immer lauter unseren Missmut zu äußern und zu filmen, wie der Junge die Station auseinandernahm. Während wir drohten, die Polizei zu rufen, hielt der Dieb nur nochmal kurz lächelnd den nach oben gestreckten Daumen in unsere Kamera und radelte davon. Außer uns schien sich aber niemand (!) für das Geschehen zu interessieren - KRASS!
An der Sagrada Familia sollte es dann aber wieder spaßiger zugehen. Wie "FRY-Day" schon vermuten lässt, ging es bei dieser Sache ums Frittieren verschiedener Köstlichkeiten.
In einem beschichteten Topf erhitzten wir einige Liter Fett und begannen Katoffeln, Zwiebelringe, Garnelen, Kroketten und sogar Pilze zu frittieren. Keiner von uns hatte damit gerechnet, dass diese Spaßidee so prima umzusetzen wäre und so lecker schmecken würde! Ein wirklich gelungenes "Fett-Fondue".
Danach wurde die Wohnung gelüftet (was gar nicht so einfach ist, wenn das Küchenfenster lediglich ins Treppenhaus führt :-D) und "Phase 10" ausgepackt.
Das mir bis dahin unbekannte Kartenspiel entfaltete mit Hendriks und Stefans köstlichen Kommentaren und Instruktionen zur gegenseitigen spielerischen Vernichtung eine sehr amüsante Faszination.
FRY dich, Patatas Bravas!

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