Dienstag, 15. September 2009

MACBA

Samstag, 12.09.:
Mit einer, von der heute außerordentlich netten Mitbewohnerin ans Bett gebrachen und somit gleich doppelt so lecker schmeckenden Tasse frisch gebrühtem Kaffee (@ Wissende: offenbar war Flamme auf dem Gasherd übrig ;-)) begann ein sonniger Samstag in meinem Barcelona-Leben.
Freudig setzte ich mich an den PC, um meinen bisher gänzlich ungeplanten Tag mit ein bisschen Leben zu füllen. Nach Studium des Wetterberichts verfestigte sich mein Gedanke, den Tag nicht in der Wohnung zu verbringen, denn für die folgenden Tage schoben sich böse Wolken und Regentropfen in die niedliche Animation.
Willens, weitere Seiten meiner Stadt kennenzulernen beschloss ich, es dem 0-8-15-Spanier gleichzutun und einfach mal ein bisschen umher zu flanieren.
Diesmal sollte mein Veedel ein wenig näher unter die Lupe genommen werden. Die Mischung aus multikultureller Immigranten-Mixtur und im Zuge der Stadtentwicklung jugendstilartiger Neubauarchitekturen war mir bisher noch nicht begegnet und aufmerksam begutachtete ich die mit Wellblech überdachten Balkone, von denen das ein oder andere Wäschestück hinab hing und daneben (in einigen Ländern sicherlich illegale) Pflanzen florierten auf der einen Staßenseite und alpinaweiß verputzte, kantige, abgerundete oder auf andere Weise kunstvoll modellierte Galeriegebäude auf der anderen Straßenseite.
Ein kurzer Marsch zur Rambla, auf der ja immer etwas los ist, und die Feststellung, dass der dort stattfindende Geflügelmarkt mit dem lauten Geschrei der in die winzigen Käfige eingesperrten Tiere nicht so mein Fall ist, kam ich schließlich zur Plaça dels Àngels. Das MACBA - nein es handelt sich hier nicht um eine regionale McDonald's-Campagne, vielmehr um das Museu d'Art Contemporani de Barcelona - zierte den Rand des großen Platzes und verlieh ihm einen modernen edlen Charakter. Auf dem Platz selbst jedoch war von steriler Museumsatmosphäre keine Spur, denn dutzende von Skatern, BMXern und Rollschuhfahrern nutzten den Platz für die Zurschaustellung oder Einübung ihrer Kunststücke. Auf einem Mäuerchen ließ ich mich nieder und wurde von meiner Handykamera unterstützt Zeuge dieses für mich bis heute eigentlich weniger interessanten Spektakels und musste meine Meinung rewidieren. Denn offenbar war ich von den Aufführungen der Skater-Riege so angetan, dass, ohne dass ich es bemerkt hatte, Stunden vergangen waren.
Kurz vor Einbruch der Dunkelheit wieder in meiner Wohnung musste ich resümieren, dass sich meine Gene offenbar doch langsam durchsetzen und ich es Mutti-und-Vati-like tatsächlich geschafft hatte, einen kompletten Tag lang nichts zu tun außer Leute zu beobachten und auch noch Freude daran zu entwickeln (sry liebe Ellis, ist nicht so spitzfindig gemeint, wie es rüber kommt - oder doch? ;-))...
Freu dich, denn Freude ist prima - egal in welchem Land!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Wenn jemand seinen Senf dazugeben mag, ist er herzlich eingeladen :-)