Gut ausgeschlafen war mein Plan für heute, den Passeig de Gràcia zu durchlaufen. Der Reiseführer versprach viele Sehenswürdigkeiten auf dieser Straße.
Doch zunächst musste als Lösung für mein Problem, kein Schuhwerk mehr zur Verfügung zu haben, das nicht bereits zumindest schmerzende Druckstellen hinterlassen hatte, ein neues Paar Flipflops angeschafft werden.
Nachdem dies schnell erledigt war, begab ich mich nun - diesmal mit Fotoapparat zum Sightseeing gerüstet - auf die "Elitestraße" Barcelonas. An der Placa Catalunya ging es los. Demjenigen, der aus diesem Brunnen hier trinkt, soll einer Legende nach eine Wiederkehr nach Barcelona garantiert werden. Das beschloss ich mir allerdings für einen Termin näher meiner Heimkehr aufzuheben, um die folgenden Monate auch noch bei bester Gesundheit erleben zu können :-D
Ich glaube, so begeistert wie ich war, begann ich sogar schon einfache Mietshäuser zu fotografieren, da auch sie in ihrer Gestaltung mit Leichtigkeit eine Sehenswürdigkeit darstellen konnten.
Dem Kreislauf zu Liebe, dafür dem Bräunungsfaktor zu Lasten, ging ich stets auf der schattigen Straßenseite, während ich mit offenem Mund den Blick stets gen Himmel richtete, um die Häuserkuppen sehen zu können. Die Erfindung der Bordsteine war mir in diesem Moment natürlich ein großer Dorn im Auge.
Dann, ohne Vorwarnung, zeigte sich plötzlich mein auf Anhieb so zu bezeichnendes Lieblingsgebäude - Casa Battló. Der "Stadtarchitekt" Gaudí hat sich mit diesem Gebäude einfach selbst übertroffen - im Stil des Modernisme ist die Fassade mit einer unglaublichen Liebe zum Detail aus hellen Kachelbruchstücken gefertigt, die Erker wirken wie aus Knetmasse gefertigt und die Kreuzblumen auf den Zwiebeltürmen erwecken den Eindruck, als seien sie aus Schlagsahne...Zum Reinbeißen! Das beeindruckende Dach erinnert an ein Schuppiges Riesenreptil und ist Krönung des so einzigartigen Gebäudes!
Stefan, von unerklärlicher Tequila-Übermut-Meer-Erkältung dahingerafft, glänzte mit Abwesenheit und so setzten wir uns nur zu viert in die kleine spanische Tapas-Bar. Trotz sorgfältiger Vermeidung der deutschen Sprache und der Zurschaustellung des Stadtplans wurden wir bereits bei der Bestellung elendig als Touristen enttarnt (auch wenn ein gewisser Schnurrbart einem gewissen Herren in unserer Runde ganz sicher das Aussehen eines spanischen Zuhälters gegeben hat, lieber Robert!).
Nach meinem Mel i Mató, ungesalzenem Frischkäse mit Honig, für vier stolze Euro, musste ich trotz des den Preis rechtfertigenden Geschmacks beschließen, dass Restaurantbesuche künftig zu meinen Ausnahmeaktivitäten zählen müssen, wenn ich hier noch einige Monate überleben möchte...So ergötzte ich mich weiter an der kalten Cerveza, die mir vom charmanten Kellner immer wieder kostenlos nachgeschenkt wurde (aufdringliche Spanier waren in diesem Moment also eher Segen als Fluch :-D allein der neidischen Blicke der leerausgehenden Herren wegen ;-)). Noch losgelöster wurde es, als der Schnaps aufgetischt wurde, der einem wahrlich den Verstand wegpusten könnte. Nach der Verköstigung der 2. Grappaähnlichen Sorte, war es dann aber Zeit zu gehen.
Ein schöner Ausklang mit bekannten Gesichtern an neuem Ort für einen wundervollen Tag in Barcelona!
Freu dich, du bist betrunken (vor Glück ;-)) in Spanien...

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