Donnerstag, 3. September 2009

Kulturausflug

Mittwoch, 02.09.:
Gut ausgeschlafen war mein Plan für heute, den Passeig de Gràcia zu durchlaufen. Der Reiseführer versprach viele Sehenswürdigkeiten auf dieser Straße.
Doch zunächst musste als Lösung für mein Problem, kein Schuhwerk mehr zur Verfügung zu haben, das nicht bereits zumindest schmerzende Druckstellen hinterlassen hatte, ein neues Paar Flipflops angeschafft werden.
Nachdem dies schnell erledigt war, begab ich mich nun - diesmal mit Fotoapparat zum Sightseeing gerüstet - auf die "Elitestraße" Barcelonas. An der Placa Catalunya ging es los. Demjenigen, der aus diesem Brunnen hier trinkt, soll einer Legende nach eine Wiederkehr nach Barcelona garantiert werden. Das beschloss ich mir allerdings für einen Termin näher meiner Heimkehr aufzuheben, um die folgenden Monate auch noch bei bester Gesundheit erleben zu können :-D
Somit blieb es bei einem Schluck aus meiner eigenen Wasserflasche und dem Fußweg in den Passeig de Gràcia. Und die Anblicke, die mir hier dargeboten wurden, übertrafen alle Versprechungen des ADAC Reiseführers. Ich bin wahrlich kein Kulturfreund und ich beschränkte mich darauf, die Gebäude nur von außen zu betrachten, jedoch konnten DIESE tollen architektonischen Meisterwerke selbst mein Gemüt berühren.
Ich glaube, so begeistert wie ich war, begann ich sogar schon einfache Mietshäuser zu fotografieren, da auch sie in ihrer Gestaltung mit Leichtigkeit eine Sehenswürdigkeit darstellen konnten.
Dem Kreislauf zu Liebe, dafür dem Bräunungsfaktor zu Lasten, ging ich stets auf der schattigen Straßenseite, während ich mit offenem Mund den Blick stets gen Himmel richtete, um die Häuserkuppen sehen zu können. Die Erfindung der Bordsteine war mir in diesem Moment natürlich ein großer Dorn im Auge.
Dann, ohne Vorwarnung, zeigte sich plötzlich mein auf Anhieb so zu bezeichnendes Lieblingsgebäude - Casa Battló. Der "Stadtarchitekt" Gaudí hat sich mit diesem Gebäude einfach selbst übertroffen - im Stil des Modernisme ist die Fassade mit einer unglaublichen Liebe zum Detail aus hellen Kachelbruchstücken gefertigt, die Erker wirken wie aus Knetmasse gefertigt und die Kreuzblumen auf den Zwiebeltürmen erwecken den Eindruck, als seien sie aus Schlagsahne...Zum Reinbeißen! Das beeindruckende Dach erinnert an ein Schuppiges Riesenreptil und ist Krönung des so einzigartigen Gebäudes!Eigentlich sind mir Bauten egal, aber dieses hier strahlt eine unglaubliche Faszination auf mich aus. Auch Gaudís Casa Milà mit seiner Dynamikversrpühenden Wellenbewegung ließ meine Bewunderung für den Architekten weiter steigen.Enden tat meine Touri-Tour an der Sagrada Familia, dem Wahrzeichen Barcelonas. Und nachdem ich mir die nie fertig gestellte Kirche (von außen) angesehen habe, musste ich feststellen, dass dies ganz sicher seine Berechtigung hat.Nachdem ich mit der Metro dann den Rückweg angetreten hatte (da meine Füße aufgrund von kleinen Stolpereinheiten - so ist das wenn man lebt wie Hans-Guck-in-die-Luft - wieder mal von Verletzungen geziert waren), erholte ich mich kurz von den "Strapazen" des Tages, telefonierte kurz (@Mutti: Alles Liebe nochmal zum Geburtstag!) und machte mich dann auf den Weg zu einem Treffen mit Alex, Hendrik, Robert und Stefan, die auch in Barcelona angekommen waren und mit mir gemeinsam die belegten Kurse besuchen werden.
Stefan, von unerklärlicher Tequila-Übermut-Meer-Erkältung dahingerafft, glänzte mit Abwesenheit und so setzten wir uns nur zu viert in die kleine spanische Tapas-Bar. Trotz sorgfältiger Vermeidung der deutschen Sprache und der Zurschaustellung des Stadtplans wurden wir bereits bei der Bestellung elendig als Touristen enttarnt (auch wenn ein gewisser Schnurrbart einem gewissen Herren in unserer Runde ganz sicher das Aussehen eines spanischen Zuhälters gegeben hat, lieber Robert!).
Nach meinem Mel i Mató, ungesalzenem Frischkäse mit Honig, für vier stolze Euro, musste ich trotz des den Preis rechtfertigenden Geschmacks beschließen, dass Restaurantbesuche künftig zu meinen Ausnahmeaktivitäten zählen müssen, wenn ich hier noch einige Monate überleben möchte...So ergötzte ich mich weiter an der kalten Cerveza, die mir vom charmanten Kellner immer wieder kostenlos nachgeschenkt wurde (aufdringliche Spanier waren in diesem Moment also eher Segen als Fluch :-D allein der neidischen Blicke der leerausgehenden Herren wegen ;-)). Noch losgelöster wurde es, als der Schnaps aufgetischt wurde, der einem wahrlich den Verstand wegpusten könnte. Nach der Verköstigung der 2. Grappaähnlichen Sorte, war es dann aber Zeit zu gehen.
Ein schöner Ausklang mit bekannten Gesichtern an neuem Ort für einen wundervollen Tag in Barcelona!
Freu dich, du bist betrunken (vor Glück ;-)) in Spanien...

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