Sonntag, 6. September 2009

Wiebkes kleiner Strandführer

Samstag, 05.09.:
Nach spätem Aufstehen und ein bisschen pseudofleißigem Rumlümmeln (auf dem Bett liegen und - falls einer fragt - Langenscheidt's Grammatikbuch für Spanisch neben mir liegen habend) beschloss ich mir ein umfassendes Bild von Barcelonas Strandlandschaft zu machen. Nur wer alles einmal gesehen hat, kann schließlich eine fundierte Entscheidung über die individuelle Präferenz fällen. Und da auch hier langsam der Herbst beginnt (siehe erschreckendes Bild über die prognostizierten sibirischen Temperaturen!), sollte ein kleiner Fußmarsch entlang der Strände auch durchaus ohne Kreislaufkollapse zu absolvieren sein.
Also packte ich meine Kartoffel-Sack-Tasche und begab mich Richtung Wasser.
Am Mirador de Colom besuchte ich einen kleinen Antiquitätenmarkt und stattete dann dem MareMagnum (sowas wie Phoenix-Center) einen kleinen Besuch ab. Das Einkaufszentrum mitten im Hafen (deren Zugangsbrücke Rambla de Mar nachts weggeschwenkt wird, um Schiffen die Durchfahrt zu ermöglichen -> nach Geschäftsschluss also lieber nicht allzu lang trödeln ;-)) hielt einige nette Geschäfte, tolle Aussicht auf das World Trade Center und den Montjuïc sowie fragwürdige Kunstwerke auf dem Wasser bereit. Die verspiegelte Außenfassade lud mich dann zu kleinen Selbst-fotografier-Spielereien ein und war sicherlich amüsant für umstehende Passanten.
 
Vom World Trade Center angefangen, spazierte ich dann die Strände entlang. Von der Platja Barceloneta, an der das größte touristische Aufkommen zu verzeichnen war ging es in nördliche Richtung zur Platja Passeig Maritim. Hier waren neben dem örtlichen Casino (Bild rechts) zahlreiche Designer-Clubs zu finden, die bei Nacht die Strandpromenade in eine Partymeile verwandeln, der Sand jedoch ziemlich körnig und das Wasser nur so lala. Vom Port Olímpic, an dem die Nutzung des Meers kleinen Yachten vorbehalten war ging es weiter zur Platja de la Nova Icària. Der Sand war hier schon schöner, jedoch waren hier zahlreiche Surfer, die dem unbedarften Schwimmer des öfteren im Weg herumdüsten, in der Überzahl. Also ging es zur Platja de Bogatell, dem wie sich herausstellen sollte, schönsten Abschnitt (so etwas liegt ja immer im Auge des Betrachters, aber ich fand es dort einfach prima!). 
Klares Wasser, sauberer, verhältnismäßig feinkörniger Sandstrand, nicht zu viele Touristen und nette kleine Strandbars. Nachdem ich einige Zeit dort verweilt hatte, ging es dann noch weiter zur Platja de la Mar Bella, wo ich Bekanntschaft mit der spanischen Freikörperkultur machen sollte. Auf die Verbildlichung wurde zu Gunsten der Darsteller sowie in einigen Fällen sicher auch der potenziellen Betrachter verzichtet.
Als letztes zog es mich dann zur Platja de la Nova Mar Bella, vergleichbar angenehm wie Bogatell, und ich beendete meine 5km-Strandwanderung am Fòrum.
Fazit aus Wiebkes kleiner Stranderkundung: Bogatell, Nova Mar Bella und Barceloneta werden mich - in dieser Reihenfolge - sicher nicht zum letzten Mal gesehen haben :-)
Dann ging ich zu Fuß Richtung Sagrada Familia, um mich mit den Herren der Schöpfung auf ein paar Bierchen zu treffen. Dabei durchwanderte ich das wohl langweiligste Viertel in Barcelona. Nur Autohäuser, Spielplätze und tatsächlich eine Einkaufsstraße, auf die es ausschließlich alte Menschen mit Gehhilfe zog. Gut, nun weiß ich, wohin die Spanier ziehen, die schon alles in ihrem Leben gesehen haben.
Dann wurde im "Chez Müller" ein bisschen Deutschland nach Barcelona geholt. In der deutschen Kneipe wurde bei Currywurst, Käsespätzle und Pils das Deutschlandspiel auf dem Fernseher verfolgt und reger Austausch mit dem ausschließlich deutschen Publikum betrieben.
Nachdem es danach noch weiter zu einer wieder eher spanischen Abendgestaltung im Barri Gòtic ging, freute ich mich nach dem langen zum wiederholten Male lauflastigen Tag, in meinem großen Bett den Schlaf der Gerechten schlafen zu dürfen.
Freu dich - Poldi kann auch in Spanien verehrt werden :-)

2 Kommentare:

  1. Mannomann, da muss ich glatt an meinen letztjährigen Kurzurlaub in Barcelona denken. Wenn das noch ein paar Tage so weitergeht, komme ich uneingeladen zu Besuch ;)

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  2. Ich muss mit einem Redewendungsklau antworten: "Das bleibt dir unbenommen!" Barcelona ist eine sehr Besucherfreundliche Stadt. Du wirst dich schon zu beschäftigen wissen :-P

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