Freitag, 04.09.:
Der Tag des ersten UNI-Besuchs stand an und Wiebke der kleine Angsthase wollte natürlich nicht allein zum Campus marschieren. Wie praktisch, dass ich mich ohne Probleme bei der Brühler Fraktion zum vorherigen Frühstück einladen konnte :-)
Mit Hilfe vom von Shelly geborgten dritten Wecker gelang es mir, rechtzeitig aufzustehen, um mit 3 warmen Baguettes von meinem freundlichen pakistanischen Bäcker pünktlich um 8:30 in der Wohnung nahe der Sagrada Familia aufzuschlagen.
Stefan war genesen und nach Studium des in der Herren-WG eingeführten Strafenkatalogs wurden mir sogar Rührei und O-Saft serviert. Begeisterung, die ihresgleichen sucht!
Nachdem wir dann zu Fuß den steilen Weg zum Hôspital de la Santa Creu i de Sant Pau zurückgelegt hatten, bekamen wir eine 2-stündige Einführungsveranstaltung, bei der eigentlich nicht viel erzählt wurde, außer, dass die Stundenpläne am Eingang aushingen und wir am Montag unsere Studentenausweise abholen könnten. Na Prima - Roberts Missmut äußerte er sogleich durch die Zerlegung des Mobiliars in seine Einzelteile,
was sicherlich einen besonders guten ersten Eindruck hinterlassen hat.
Jedoch war wiederum das Gebäude beeindruckend und machte den morgentlichen Ausflug in den nördlichen Teil für mich lohnenswert.
Die Auswertung unserer Stundenpläne brachte jedoch die Erkenntnis, dass keine einzige unserer Vorlesungen an diesem schönen Ort stattfinden wird, sondern am Sarrià-Campus,
der wahrlich am Ende der Welt liegt (ca.20km entfernt). Dies war besonders für diejenigen ärgerlich, die absichtlich eine Wohnung in UNI-Nähe bezogen und auf die Zentrumsnähe verzichtet hatten - trotz aufrichtigen Mitgefühls
beglückwünschte ich mich zu meiner Entscheidung, mir ein Zimmer in der Innnenstadt zu nehmen, zumal ich auch noch feststellen durfte, dass ein Bus fast direkt vor meiner Tür zu besagtem Campus fährt. Alles richtig gemacht :-)
der wahrlich am Ende der Welt liegt (ca.20km entfernt). Dies war besonders für diejenigen ärgerlich, die absichtlich eine Wohnung in UNI-Nähe bezogen und auf die Zentrumsnähe verzichtet hatten - trotz aufrichtigen MitgefühlsAls gegen Mittag dann alles schon wieder vorbei war, beschloss ich, da ich ja nun schonmal so weit vom geliebten Meer weggefahren war, dem Parc Güell einen Besuch abzustatten. Steil bergauf stapfte ich weiter gen Norden und kam in der prallen Mittagssonne am Ziel an. Der Anblick des Eingangstors war ziemlich dem des Phantasialands in Brühl nachempfunden
(die Entscheidung darüber, wer jetzt hier von wem abgeguckt hat, überlasse ich dem fleißigen Leser ;-)), nur größer, prachtvoller und von soviel unglaublicher Natur umgeben, dass ich meine Präferenz ohne Probleme festlegen konnte.
Knapp 2 Stunden legte ich mich auf die berühmte Wellen-Bank
(wieder mal von Gaudí), schloss die Augen und lauschte den anwesenden Musikanten, die unter Anderem "Für Elise" auf der Akustikgitarre zupften.
Als ich die Augen öffnete erschrak ich dann aber, da sich eine furchteinflößende Gewitterfront vor die Sonne schob(@ Mutti und Schwesti: Hagelschauer ziehen auf!),
doch bevor ich irgendwo Zuflucht suchen musste, hatte sich selbige genauso schnell wieder verzogen und ich konnte ungehindert weitere Höhenmeter gutmachen - komisches Wetter.
Ich weiß nicht, wieviele Stufen ich hochgestiefelt bin, doch es waren wirklich einige. Doch damit nicht genug, um meine ganze neue Stadt überblicken zu können, stürzte ich mich auch am Ende der befestigten Treppenanlage tiefer in die Flora, um bis zum Gipfel der Anhöhe zu kommen.
An einem stillen Plätzchen verzehrte ich dann mein mitgebrachtes Obst und genoss die fabelhafte Aussicht.
Der Rückweg gestaltet sich ja eigentlich immer einfacher, jedoch muss ich sagen, dass der Weg zur Metrostation Kreuzbandgeschädigten nicht unbedingt mehr gefallen hätte. Aber egal, ich musste ja die gestern ausgelassene Möglichkeit der Gegenderkundung wieder aufholen.
Ärgerlich nur, dass ich bei meinem gewählten Rückweg entdecken musste, dass es für den Weg hinauf eine Freiluftrolltreppe gegeben hätte - und mir somit den schweißtreibenden Schlängelweg von der UNI hierher erspart hätte. Aber zumindest spar ich mir so das (an anderer Stelle heute sicherlich 15 Mal angesprochene) Fitnessstudio...
Mit diesem aufmunternden Gedanken ließ ich mich dann von der Metro zum Triumphbogen
fahren (an dem doch tatsächlich diesmal ICH angesprochen wurde, um 2 hilflosen Touristen den Weg zu erkären - hab mich gefreut wie eine Schneekönigin), von wo aus ich mich zum einst im Dunkeln besuchten Parc de la Ciutadella begab. Und nun befinde ich mich in einer kleinen Zwickmühle...Wieviele Lieblingsplätze darf ein Mensch denn nur haben? Hier ist alles so sehenswert, so einladend, so einzigartig, dass ich mich einfach nicht entscheiden kann.
Naja, ich bin ja bereit zu teilen, also denke ich geht es hoffentlich in Ordnung, wenn mir mehrere Plätze aufs Außerordentlichste gefallen.
Am Teich vor der Cascada entspannte ich mich weitere Momente und tankte in der wirklich "Grünen Lunge" mitten in der Stadt die Energie für einen erneuten Fußmarsch nach Hause.
Von selbstgemachtem afrikanisch-israelischen Kuchen und Wassermelone der Mitbewohner wurde dann auch noch der aufkommende Appetit gestillt und ich bin wiedereinmal gänzlich zufrieden mit dem bisherigen Tagesverlauf!
Aber es ist ja Freitag -also mal sehen was der Abend noch so bringt...
Freu dich - du hast Spanien erklommen! :-)

Ach mit DEM Robert bist Du da unterwegs... grüß den mal.... Gruß Tim
AntwortenLöschenDas überleg ich mir aber noch- Bei den ganzen Leuten, von denen ich DEN Robert grüßen soll...Am Ende bildet er sich noch was drauf ein :-D
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