Mittwoch, 2. September 2009

Fortuna-Wetter

Dienstag, 01.09.:
Nach dem Aufstehen und der ersten Tasse Kaffee wollte ich meinen Augen kaum trauen, da der Himmel sich grau bedeckt hielt und alles Andere als sonniges Spanien-Wetter für der Tag versprach. Nichts desto trotz musste ich mich schon um acht Uhr aus dem Haus begeben, um die zu zahlende Miete heranzuschaffen (die Sinnhaftigkeit, dass ich das Geld von meinem Konto abhebe, es Shelly übergebe und sie damit 5 Minuten später wieder zur Bank läuft und es einzahlt, mag mal dahingestellt sein, aber wenn es so gewünscht wird, bitte).
Wie gut, dass nur knappe 8 Minuten von mir eine DEUTSCHE BANK ist, die mir gebührenfreies Geldabheben so oft ich will erlaubt und ich somit den morgentlichen Ausflug ohne finanzielle Einbußen verschmerzen kann.
Auf dem Rückweg noch ein bisschen frisches Obst und Wasser erstanden (man soll ja nicht umsonst den beschwerlichen Treppengang machen müssen), beschloss ich meine persönliche "Siesta" einfach vorzuverlegen und einfach nochmal bis mittags zu schlafen. Bei dem Wetter würde ich ja nichts verpassen und zudem wollte ich die vorlesungsfreie Zeit insofern genießen, als dass ich ausspannen konnte, wann immer und solang ich wollte.
Geweckt wurde ich dann von hebräischen Gesängen, die Shelly während ihrer Unterrichtsstunde mit dem 12-jährigen französichen Mädchen in unserem Wohnzimmer ausübte. Als Entschuldigung bot sie mir an, mir eine leckere Tortilla zu zaubern, sofern ich Kartoffeln und Eier hierfür besorgte.
Dies sollte erneuter Anlass für mich sein, mich einmal genauer auf dem Markt umzusehen und so stiefelte ich fröhlich und voller Vorfreude auf ein echt spanisches Traditionsessen zum Markt. Dieses Erlebnis knüpfte nahtlos an den bereits absolvierten Marktbesuch an. Die Fischhändler preisten lautstark ihre Ware an und versuchten sich gegenseitig in der verbalen Ausmalung ihrer morgentlichen Fänge zu übertrumpfen (auch wenn ich leider noch nicht behaupten kann, dass ich urteilen könnte, wer das Wortgefecht für sich entscheiden konnte), die Farbenpracht der Obst-und Gemüsehändler überflutete meine Sinne und das muntere Treiben in den engen Gängen der Halle vereinnahmte mich aufs Neue. Der Duft des geräucherten Schinkens, der zum Schmausen verführerisch angebotene Käse und die unglaubliche Pracht an verschiedenen frischen Hummern, Krebsen und Muscheln lud eigentlich zum Verweilen ein, doch ich hatte ja eine Aufgabe zu erledigen. Und (zugegebenermaßen mit Hilfe einiger Gesten) gelang es mir sogar auf Spanisch, die zum Tortilla zuzubereiten geeigneten Kartoffeln zu erstehen, sowie Hühnereier in meinem Jutebeutel mein Eigen nennen zu dürfen.
Am Nachmittag war es dann soweit und Shelly zeigte mir in ihrer (übrigens bei unserem IKEA-Besuch erstandenen) Tortilla-Pfanne, wie aus den Zutaten eine wirklich ausgezeichnete Mahlzeit wurde. Mit Paprika und ein paar afrikanischen Gewürzen verfeinert sowie einem leckeren Thunfischsalat war mir nunmehr das bisherige Highlight des Tages vergönnt.
Meine Erkundungstour durch Barcelona wurde nun auf die abentliche Dämmerung vertagt, was sich als wahrer Glücksfall herausstellte. Im Mondlicht bekamen die bisher besichtigten Orte eine noch viel persönlichere Note.Von den Laternen bestrahlt, führte mich mein Weg von der Kathedrale über das Operngebäude zum Picasso-Museum, welches mich zum Schlendern über den Passeo de Picasso brachte. Direkt hieran angeschlossen befindet sich der Parc de la Ciutadella, der neben einem idyllischen Teich auch das Parlament de Catalunya beherbergt. Leider waren zu so später Stunde die Tore schon geschlossen, doch ich beschloss, an einem sonnigen Tag hierher zurückzukehren, um die sogenannte "grüne Lunge" Barcelonas von Nahem erkunden zu können.
Also beendete ich meinen Spaziergang über einen Abstecher durch das olympische Dorf bis hin zum Strand und setzte mich dann in den Bus, um mich von erneut unvergesslichen Eindrücken in den Schlaf wiegen zu lassen.
Freu dich, du lernst schon spanisch kochen!

3 Kommentare:

  1. Was ist denn das Fortuna-Wetter? Viele Grüße aus Kölle, Tim

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  2. Kannst ja mal eine gewisse Fortunin, die du ziemlich gut kennen dürftest, fragen, was angeblich passiert, wenn sie in Barcelona ist...REGEN!

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  3. Hi Wiebke, du schreibst aber fleißig! Nicht das Du noch wunde Finger bekommst. Aber vielleicht bildet sich dann eine spezielle Schicht, wie bei Spiderman an deinen Fingerkuppen und du holst, sobald Du zurück bist einfach jeden, noch so unmöglichen Ball wieder raus :)
    Ich hoffe Dir geht es gut und Du fühlst Dich wohl.
    Bis die Tage
    Annika

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Wenn jemand seinen Senf dazugeben mag, ist er herzlich eingeladen :-)